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Partnerschaftsberatungein Service von DESAFINADO, |
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Harmoniesüchtig - na und?
Harmoniebedürfnis
und der Wunsch Konflikte zu vermeiden sind kein Charakterfehler sondern
eine Stärke. Wie Sie sie gezielt nutzen, um mit dem Partner glücklich
zu sein, erfahren Sie in diesem klugen Buch. Dabei
geht es nicht um
Tricks und Manipulation, sondern um wirkungsvolle Strategien, mit denen
Sie immer wieder neu eine tragfähige Harmonie in Ihrer Beziehung
herstellen können.
Wie gefährlich ist eigentlich die Tendenz
Konflikte zu vermeiden für eine Liebesbeziehung? B: Das kommt darauf an! Nicht jedes
Problem muss angesprochen und gelöst werden. Manchmal entstehen daraus
sogar neue Probleme. Dann streitet sich ein Paar vehement darum, ob in
diesem Jahr eigentlich Ferien in Tirol oder an einem griechischen
Strand dran wären, wer das letzte Mal zurückgesteckt hat und warum der
andere meine Wünsche nicht berücksichtigt. Dabei ist schon längst klar,
dass aufgrund der angespannten Finanzen des Paares der Urlaub in diesem
Jahr im Garten des neugekauften Hauses verbracht werden wird. In meinen
Augen ein überflüssiger Streit, den die beiden der Harmonie zuliebe
besser vermieden hätten. Aber ist es denn nicht gefährlich,
Konflikte unter den Teppich zu kehren? B: Manche ja, manche Nein. Das Schöne ist
– Sie können es erst einmal versuchen. Und dann werden Sie schnell
feststellen, ob dadurch Entspannung und eine tragfähige Harmonie
eintritt. Oder ob die Spannung steigt und zu Streit oder Distanz führt
– dann muss das Thema angegangen werden. Was meinen Sie mit „tragfähige Harmonie“?
B: Einen Zustand, in dem sich beide
unbeschwert und wohl miteinander fühlen. Das ist etwas anderes als die
Ruhe vor dem nächsten Sturm.
Ein Beispiel: Einer der beiden Partner ist unzufrieden. Er würde gern
öfter etwas gemeinsam unternehmen. Dem Anderen ist die Situation, so
wie sie ist, ganz recht. Beide können zunächst entscheiden, darüber
hinwegzugehen. Das vermeidet Problemgespräche, aber verändert eventuell
die Unzufriedenheit von Partner A nicht. Doch diese kann abnehmen, wenn
Partner A sich vornimmt, das Zusammensein mit B zu Hause bewusst zu
genießen und schön zu gestalten. Es kann auch eine Möglichkeit sein,
dass A allein oder mit anderen ausgeht, um dann gern zu B
zurückzukehren. Ob eine tragfähige Harmonie entsteht, spüren die beiden
daran, ob es entspannt und liebevoll zwischen ihnen bleibt. Doch wenn B
eifersüchtig wird und Angst bekommt, oder wenn A merkt, dass er sich
innerlich von B entfernt – dann sollten die beiden den Konflikt lieber
angehen und anders lösen. Ein Beziehungsratgeber für
Konfliktscheue, warum eigentlich? B: Weil der Wunsch nach einer
harmonischen Beziehung häufig negativ dargestellt wird – als
Harmoniesucht, wie eine Krankheit. Dabei kann der Wunsch nach Harmonie
für eine Beziehung wie ein Kompass sein: Indem ein Paar sich um ein
entspanntes und liebevolles Miteinander bemüht, meistert es die
unvermeidlichen Alltagsprobleme. Sei es, dass sie diese umschiffen,
wenn das möglich ist. Oder schnell und effektiv angehen, wenn das nötig
ist.
Der Wunsch nach Harmonie und Konfliktvermeidung ist keine Krankheit,
sondern eine Stärke. Vor allem, wenn man ihn ernst nimmt und
wirkungsvolle Strategien einsetzt. Was sind denn wirkungsvolle
Harmoniestrategien? B: Je nach Situation, Temperament und
Vorlieben können die ganz unterschiedlich aussehen. Was immer dabei
sein sollte: 1. Die eigene Stimmung und die eigenen Bedürfnisse
berücksichtigen. Wenn ich müde und ungesprächig bin, tue ich meinem
Partner keinen Gefallen, wenn ich mit ihm ins Cafe gehe um endlich in
Ruhe zu reden. 2. Kompromissbereitschaft oder Nachgeben ist super –
aber nur, wenn ich dabei nicht über meine Grenzen gehe. 3. Immer gut:
Wenn Sie sich selbst beruhigen können., eine gute Voraussetzung für
alles, was danach kommen kann, egal, ob Sie die Harmoniestörung
übergehen wollen oder gemeinsam mit dem Partner einen Konflikt lösen
müssen. Ich habe für mein Buch ungefähr 30 verschiedene Möglichkeiten
zusammengetragen, wie man die Harmonie wahren oder wiederherstellen
kann. Funktioniert das denn? B: Na klar! Allerdings nur, wenn Sie
darauf achten, ob das gewählte Verhalten wirklich zur Entspannung
führt. Und bereit sind, etwas anderes zu tun, wenn sich die gewünschte
Harmonie nicht einstellt!
So kann es der Beziehungsharmonie zwischen Paul und Ruth durchaus
dienen, wenn er sich nach einem Streit in die Garage zurückzieht, nicht
mehr darüber redet und am Abend vorschlägt, dass Ganze zu vergessen,
indem sie zusammen ins Bett gehen. Aber es wird Situationen geben, wo
Ruth sich genau durch dieses Verhalten nicht ernst genommen fühlt. Und
dann bekommt Paul noch größere Probleme als die, die er durch seine
Ablenkung vom Konflikt vermeiden wollte. Gut, wenn er dann noch etwas
anderes in Petto hat: Zum Beispiel für Ruth kochen, so dass die sein
Versäumnis, dass zum Streit führte, nicht mehr so schlimm findet. Oder
eine Entschuldigung und der Hinweis, dass sie doch alles in allem eine
wunderschöne Beziehung führen. Doch wenn auch dann die Spannung nicht
nachlässt, wäre er gut beraten, mit Ruth noch einmal zu besprechen, was
genau diese so erbost hat. Wenn Ruth sich von ihm verstanden fühlt,
kann das zu einem sehr schönen Moment der Nähe führen. Und nur, wenn
die Spannung sich bis dahin immer noch nicht aufgelöst hat, steht ein
Konfliktlösungsgespräch an. Das deutlich leichter wird, wenn Paul als
Harmoniemensch sich ins Gedächtnis ruft, dass Ruth nicht seine Gegnerin
ist, sondern seine Verbündete – selbst wenn ihr das in diesem Moment
noch nicht klar ist. Denn schließlich suchen beide nach einer Lösung,
mit der es auch dem anderen gut geht. Und was ist, wenn es keine Lösung gibt? B: Dann brauchen die beiden gute
Strategien, um mit einem (noch) nicht gelösten Konflikt harmonisch
leben zu können. Das lohnt sich. Besser als jeder faule Kompromiss.
Denn die führen nie zu echter Harmonie.
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