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Partnerschaftsberatung

ein Service von DESAFINADO,
dem Büro für Partnerschaftberatung, Berlin

   

Was unterscheidet glückliche Paare von anderen?

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Partnerschaftsberatung

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über Desafinado, das Berliner Büro für Partnerschaftsberatung
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Impressum
Ihr Buch räumt auf mit romantischen Vorstellungen einer Liebesbeziehung, in der der eine den anderen ohne viel Anstrengung einfach glücklich macht. Eine funktionierende Beziehung beruht auf Tauschhandeln und beinhaltet unvermeidlich Enttäuschungen, schreiben Sie. Ist das das Ergebnis Ihrer Erkenntnisse als Paarberaterin?

Ja. Es ist doch verblüffend, wieviel Menschen versuchen, den anderen zu mehr Zärtlichkeit zu bewegen, indem sie ihn anbrüllen oder abfällige Bemerkungen machen. Und sich dann wundern, dass das keinen Erfolg hat.

Die große und notwendige Enttäuschung, die das Ende der Verliebtheitsphase für jeden Menschen bereit hält, ist die Tatsache, dass Liebe kein schicksalsgegebener Zustand ist. Sondern etwas, was wir aktiv jeden Tag herstellen. Das klingt unerfreulich anstrengend – aber in Wirklichkeit ist es die Voraussetzung, dass eine Beziehung lebendig bleibt, und sich auch nach vielen Jahren immer wieder verändert. So passt sie sich den inneren und äußeren Veränderungen an – und fordert beide Partner im gegenzug immer wieder zu persönlichem Wachstum heraus.

Eine funktionierende Beziehung ist mehr als ein Tauschhandel. Sie ist wie ein lebender Organismus, der von beiden verbunden ist und von beiden genährt und gepflegt werden muss, um nicht zu verdorren

Die Abhängigkeit voneinander zu akzeptieren, ist ein großes Thema in Ihrem Buch. Warum fällt das vielen Paaren so schwer? Und warum ist es eine wichtige Basis einer guten Beziehung?

Gerade Menschen, die großen Wert auf Unabhängigkeit, Selbständigkeit legen, die ihr Leben selbstbewusst selbst gestalten wollen, sind verunsichert, wenn sie spüren, dass Liebe auch Abhängigkeit bedeutet. Weil zu lieben heißt, dass man bestimmte Wünsche an den Partner hat. Und es weh tut, wenn diese nicht erfüllt werden. Das kann Angst auslösen: Was, wenn er nicht will? Was, wenn er mich verlässt? Was, wenn er diese Dinge lieber jemand anderes geben will? Wird er meine Abhängigkeit ausnutzen? Wird er mich dafür verachten?

Abhängigkeit ist heute ausschließlich negativ belegt. Egal, ob Mann oder Frau, heutzutage hat man selbständig zu sein. Gerät man doch schnell in den Verdacht, zu klammern oder „zu sehr zu lieben“

Nach einem verbreiteten Irrtum ist es derjenige, der den anderen mehr braucht, in der schwächeren Position. Wobei schwächer bedeutet, dass er befürchten muss, weniger zu bekommen, was er braucht. Vor allem: Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Interesse, Bewunderung, Respekt...

Doch die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bedürfnisse erfüllt werden, steigt, wenn die Abhängigkeit akzeptiert werden kann.

Und warum ist es so schwierig – und gleichzeitig wichtig, eine ebenbürtige Beziehung zu führen, in der sich keiner über- oder unterlegen fühlt?

Mein Eindruck ist, dass die Sehnsucht nach einer ebenbürtigen Beziehung die Utopie ist, die alle Paare zusammengeführt hat (selbst wenn sie ihn heute bemuttert und er rebelliert. Oder sie sich wie ein süßes Mädchen verhält, und von ihm väterlich streng zurechtgewiesen wird). Dabei geht es gar nicht zwangsläufig darum, dass beide in jeder Hinsicht gleich sind – sondern dass sie einander als Gegenüber auf Augenhöhe erleben.

Doch wie man in einer solchen Beziehung bekommt, was man braucht, hat vor der ersten Liebe niemand von uns gelernt. Denn Kinder und Jugendliche sind nicht nur ahängig von ihren Eltern, sondern ihnen in vielerlei Hinsicht unterlegen. Insofern sind Strategien wie Quengeln, Trotzanfälle oder ein Einklagen von Ungerechtigkeit durchaus angemessen. N einer ebenbürtigen Liebesbeziehung jedoch bleiben diese Strategien nicht nur erfolglos, sondern sie führen zu Kampf und Distanz.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Wenn ich meinen Mann dazu bewegen will, mit mir zu einer Veranstaltung zu gehen, die ihn wenig interessiert und auf der er sich nicht wohlfühlt, kann ich das auf verschiedene Weise tun:
Ich erkläre ihm zB, dass ein liebender Partner nicht nur selbstverständlich mitkäme, sondern sogar noch die Eintrittskarten besorgt hätte, um mir eine Freude zu bereiten.
Ich könnte bitter bemerken, dass ich bislang auf jede seiner langweiligen kegelclubveranstaltungen mitbekommen bin, während er sich weigert, mir auch nur ein einziges Mal einen gefallen zu tun.
Ich könnte darauf hinweisen, dass bereits unseren Freunden diese selbstbezogene Art von ihm unangenehm aufgefallen ist. Und wenn all das nchts nutzt, könnte ich die sechs Tage bis zu diesem Termin in kaltem Schweigen und mit leidendem Gesicht in seiner Anwesenheit verbringen.

Doch nichts davon wird dazu führen, dass ich bekomme, was ich mir wünsche: Einen schönen gemeinsamen Abend und einen gutgelaunten Partner auf der Veranstaltung. Selbst, wenn ich diesen Machtkampf gewinne, wird mir der Abend durch sein mürrisches Nebenmirherschlurfen verdorben.

Sie betonen, wie wichtig es ist, die eigenen Bedürfnisse zu spüren, ernst zu nehmen und zu artikulieren. Aber was, wenn man weiß, dass man den Partner damit verärgert?

Wenn es nicht wichtig ist, behalten Sie es für sich. Doch: was auch auch immer man herunter schluckt, man sollte es auch verdauen können. Wichtige Bedürfniss, die auf Dauer unerfüllt bleiben, sind oft die Ursache dafür, wenn sich jemand wie von Blitz getroffen in einen Dritten verliebt.
Deshalb: Nicht jedes Ihrer Bedürfnisse muss beim Partner spontan auf Gegenliebe treffen. Aber nur, wenn Sie selbst wissen, was Sie brauchen und wollen, können Sie entscheiden, wie wichtig es ist. Und herausfinden, was Sie tun können, damit es erfüllt wird.

Spannenderweise ist die Angst davor, dass der andere über meine unpassenden Gelüste verärgert sein wird, bereits ein deutlicher Hinweis, dass Sie selbst sich nicht mehr als ebenbürtig empfinden, sondern den Partner als bedrohlich, übermächtig. Doch das ist leider nur die halbe Wahrheit. In meinen Beratungen sehe ich immer wieder, dass es dem anderen ganz genauso geht. Der verhält sich so schroff und abweisen, weil er Sie und ihren Wunsch nämlich als überwältigend und mächtig erlebt. Und sich nur mit Zähnen und Klauen verteidigt, um nicht von Ihnen gefressen zu werden.
Doch wenn Sie den von mir vorgeschlagenen Weg konsequent gehen, können Sie die Gefahren dieser Projektionen umgehen.
 
Genauso unangenehm ist es, dem Partner einen Wunsch abzuschlagen…. (Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen „Wunsch“ und „Forderung“?)
Ein Wunsch akzeptiert die Abhängigkeit in der Liebe. Egal, wie dringlich das ausgesprochene Bedürfnis ist, beide sind sich bewusst, dass es nicht erfüllt werden muss. Eine Forderung vermeidet dieses unangenehme gefühl, die eigene Bedürftigkeit zu zeigen, ohne zu wissen, wie der andere darauf reagieren wird. Sondern postuliert ein Recht: Es ist ja wohl das Mindeste, dass du mich begrüßt, wenn du nach Hause kommst! Jeder normale Mensch ruft doch wohl zuhause an, um Bescheid zu sagen, dass er gut angekommen ist. Ich koche hier den ganzen Abend für dich, und dir kommt noch nicht mal ein Danke schön über die Lippen!

Doch diese künstliche Rückenstärkung ist nicht nur unnötig sondern meist auch kontraproduktiv. Denn der Vorwurf, dass es schon drei Wochen keinen Sex gab, schafft nicht gerade eine erotische Atmosphäre.

Doch auch wenn ein Wunsch wirklich als Wunsch geäußert wird, verlangt diese von demjenigen, an den er gerichtet ist, zunächst die Fähigkeit, zwischen Wunsch und Forderung zu unterscheiden. Bzw auch die Forderung oder den Vorwurf bewusst als Wunsch zu hören. Aus „Nie rufst du an, wenn du auf Geschäftsreise bist“ wird dann „ich wünsche mir, dass du an mich denkst und mir das zeigst, indem du dich mal meldest“. Und dann gilt es die Erfüllbarkeit zu prüfen. Gründlich. Wenn nichts dagegen spricht – wunderbar! „Ich rufe dich gern an. Ich wollte dich einfach bisher nicht stören und wusste nicht, dass es dir wichtig ist. Ist dir abends oder tagsüber lieber?“
Doch wenn der Wunsch nicht erfüllt werden kann, dann braucht ihr Partner keine Verteidigungs- („Ich wollte ja, aber mein Chef saß die ganze Zeit neben mir“), Rechtfertigungs- („Hast du mal meinen Zeitplan gesehen? Wie soll ich denn da noch Zeit für einen Anruf unterbringen?“) oder Gegenangriffsarien („Das kann ja wohl nicht wahr sein, jetzt soll ich dich auch noch von der Dienstreise anrufen!“). Sondern einfach eine klare Mitteilung: „Ich fürchte, dass es kaum möglich ist, weil ich bei diesen Reisen so auf meine Tätigkeit konzentriert bin, dass ich tatsächlich alles andere vegesse, bis ich nachts ins Bett falle“)

Denn dann können beide als ebenbürtige Partner gemeinsam herausfinden, welches die Spielräume für die Erfüllung der zunächst gegensätzlich scheinenden Bedürfnisse sind: Vielleicht ist eine SMS nach dem Aufstehen unproblematisch und befriedigt den Wunsch nach einem kleinen liebevollen Gruß. Vielleicht lässt sich der Abschied vor der Geschäftsreise so gestalten, dass die Wärme die Tage der Abwesenheit überdauert. Vielleicht programmieren die beiden ihre Handy gemeinsam auf feste Zeiten, zu denen beide gleichzeitig piepen und beide ganz kurz zärtlich an den anderen denken...

22 Schritte zu einer erfüllten Beziehung: Das klingt übersichtlich. Aber wie können Paare sie bewusst tun? Schaffen sie es überhaupt allein? Und was ist, wenn sich nur einer von beiden bewegen will?

Ob es gelingen kann? Ja aber nur, wenn sie es versuchen. Und sich nicht für hoffnungslose Fälle halten oder sich dahinter verstecken, dass der Partner sowieso nicht mitmacht. Beginnen Sie ruhig allein – Sie werden es nicht lange bleiben.

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